Aktuelles

Artikel zum Wechselmodell und dem viel diskutierten BGH-Urteil vom 01.02.2017

Das paritätische Wechselmodell ist aktuell eines der umstrittensten Themen bei Trennungen und Scheidungen. Am 01.02.2017 gab es zu einem Einzelfall eine Entscheidung des BGH, die viel diskutiert wurde.
Zu dem Urteil selber sowie der Rezeption in der Öffentlichkeit gibt es jetzt einen sehr interessanten, lesenswerten Artikel:
https://www.bundesanzeiger-verlag.de/fileadmin/FamSoz-Portal/Dokumente/Rechtsprechung/Gottschalk-Heilmann_Wechselmodell_ZKJ-Dokumente.pdf

Herausgearbeitet werden u.a. die hohen Anforderungen, welche der BGH mit dem Maßstab der kindeswohlorientierten Einzelfallbetrachtung gesetzt hat. Für die Praxis sei zu erwarten, dass eine gerichtliche Anordnung des paritätischen Wechselmodells gegen den Willen eines Elternteils sich auf wenige Konstellationen beschränken werde. Kritisch bewerten sie die rechtliche Einordnung als Umgangssache. Zugleich sehen die Verfasser/innen in dem Urteil eine Absage an eine Gesetzesreform hin zum paritätischen Wechselmodell als gesetzlichen Regelfall.

Aktuelles 25. April 2017

Rechtsberatung

Es besteht die Möglichkeit, sich einmal im Monat - Mittwochs in der Zeit von 16.00 - 18.00 Uhr - in der Beratungsstelle des Landesverbandes alleinerziehender Mütter und Väter telefonisch oder persönlich von einer Fachanwältin für Familienrecht beraten zu lassen.
Persönliche und telefonische Beratungsgespräche sind nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich. Für die Beratung wird ein (geringer) Unkostenbeitrag erhoben.

Der nächste Termin der Rechtsberatung ist der 17. Mai 2017.

Verband alleinerziehender Mütter und Väter
Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Kiellinie 275
24106 Kiel
Tel. 0431-5579150
E-Mail: info@vamv-sh.de

Weitere voraussichtliche Termine:
Mittwoch, 14.06.2017
Mittwoch, 12.07.2017

Aktuelles 3. April 2017

Koch-Gruppe in Dithmarschen

Unter der Anleitung von Tanja Haas, die seit vielen Jahren aktives Mitglied im VAMV Landesverband Schleswig-Holstein ist, trifft sich einmal monatlich eine Gruppe Alleinerziehender zum gemeinsamen Kochen. Die Treffen finden im AWO Kinderhaus in Meldorf statt.
Der nächste Termin ist der 5. Mai um 16:00 Uhr.
Dabei gibt es Pfannkuchen, Apfelpfannkuchen und nette Gespräche. Die Kinder können spielen, neues Essen ausprobieren und, wenn sie möchten, beim Kochen helfen. Die Eltern tauschen sich über aktuelle Themen, die sie beschäftigen, aus: Umgang mit dem Ex-Partner, Vaterschaftsklärung, Freizeit-Termine, die nicht viel kosten, usw.

Aktuelles 3. April 2017

Petition #stopkinderarmut

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Petition #stopkinderarmut,
langsam rückt der Bundestagswahlkampf näher. Und schon in Kürze wird nach der Wahl im Saarland auch in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen gewählt. Es wird Zeit, die Veröffentlichung unserer Petition vorzubereiten. Wir wollen sie am 1. Juni vor dem Reichstagsgebäude übergeben.
Damit wir mit unserer Petition wirklich Druck machen können, müssen wir noch einmal deutlich für die Unterzeichnung werben. Weniger als 10.000 Unterzeichnende sind nicht genug! Darum möchte ich Sie und Euch noch einmal um Hilfe bitten: sprechen Sie die Menschen, die sie täglich sehen und mit denen Sie sich austauschen, an! Bitten Sie sie, jetzt zu unterzeichnen! Denn je mehr Personen mitgezeichnet haben, desto klarer ist die Botschaft: Kinderarmut in Deutschland darf im Wahlkampf und in der Politikgestaltung nicht weiter ignoriert werden!

Wenn Sie unsere Petition weiter unterstützen wollen, helfen Sie mit, sie zu verbreiten: Senden Sie den Link zur Petition an Ihre Freund/innen und Bekannte!
https://weact.campact.de/petitions/keine-ausreden-mehr-armut-von-kindern-und-jugendlichen-endlich-bekampfen
Suchen Sie noch nach weiteren Argumenten für unsere Petition? Sie finden sie hier: https://blog.campact.de/2017/02/so-koennte-kinderarmut-erfolgreich-bekaempft-werden

VAMV Bundesverband
Miriam Hoheisel
Bundesgeschäftsführerin

Aktuelles 28. März 2017

BGH-Urteil zum Wechselmodell

In Zukunft sind salomonische Urteile gefragt

Berlin, 27. Februar 2017. Der BGH hat heute klargestellt, dass ein Familiengericht ein Wechselmodell als Umgangsregelung anordnen kann. Maßstab ist für den BGH das Kindeswohl: Im Einzelfall muss ein Wechselmodell dem Kindeswohl am besten entsprechen, die Familiengerichte haben dies unter Anhörung des Kindes zu prüfen.

Dazu erklärt Erika Biehn, Vizevorsitzende des Verbands alleinerzie-hender Mütter und Väter e.V. (VAMV):

„Wenn die Eltern sich vor Gericht über ein Wechselmodell streiten, ist der Konsens als Grundvoraussetzung für ein Gelingen im Sinne des Kindes nicht gegeben. Der VAMV bezweifelt deshalb, dass es dem Kindeswohl entspricht, ein Wechselmodell gerichtlich anzuordnen.

Wir hoffen auf salomonische Urteile, die dem Wohl des Kindes gerecht werden: Es darf nicht darum gehen, das Kind gerecht zwischen den Eltern aufzuteilen, sondern das Kind mit seinen Bedürfnissen und Bindungen in den Mittelpunkt zu stellen. Kommt ein Kind damit klar, zwei Zuhause zu haben statt eins? Gibt es eine primäre Bezugsperson oder zwei gleichwertige, wie haben die Eltern die Betreuung vor der Trennung geregelt? Für das Kind ist es nicht so sehr entscheidend, gleich viel Zeit mit beiden Elternteilen zu verbringen, sondern gute Zeiten mit beiden Eltern zu haben.

Das Wechselmodell ist ein anspruchsvolles Modell: Die Eltern müssen trotz Trennung kooperieren und kommunizieren können, was mit dem Kind war, sie müssen die finanziellen Mittel haben, weil es teurer ist, ein Kind in zwei Haushalten zu betreuen. Sie sollten idealerweise in räumlicher Nähe wohnen. Als Regelfall ist das Wechselmodell deshalb nicht geeignet, sondern nur im Einzelfall.“

(Pressemitteilung des Bundesverbandes: https://www.vamv.de/presse.html)

Allgemeines 1. März 2017

Alleinerziehenden-Treff in Eutin

Aktuell gibt es einen Alleinerziehenden-Treff in der Familienbildungsstätte Eutin, Dunkernbek 1.
Die Treffen finden immer am 1. und 3. Mittwoch im Monat von 15:00 – 16:30 Uhr statt, es gibt eine kostenlose Kinderbetreuung durch eine geschulte Familienhelferin. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termine:
15. März: "Informationen und Tipps für den beruflichen Wiedereinstieg" Sabine Axt, FRAU & BERUF
03. Mai: "Positives realistisches Denken" Bettina Hatz, Vitalissimo
21. Juni: "Alleinerziehend - was steht mir zu, wo bekomme ich Unterstützung?" Angela Jagenow, Verband Alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Organisiert wird der Alleinerziehenden-Treff von der Familienbildungsstätte, dem Familienzentrum Eutin, der Beratungsstelle FRAU & BERUF, dem VAMV Landesverband SH e.V. und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Eutin.

Aktuelles 8. Februar 2017

Ausbau Unterhaltsvorschuss kommt ab 1. Juli 2017

Alleinerziehende und ihre Kinder haben heute Grund zum Feiern! Nach monatelangem Ringen haben sich Bund, Länder und Kommunen auf einen Kompromiss beim Ausbau des Unterhaltsvorschusses geeinigt. Die willkürlich gesetzte Altersgrenze wird fallen, der Unterhaltsvorschuss als Ersatzleistung für nicht gezahlten Unterhalt ab 1. Juli 2017 über das 12. Lebensjahr der Kinder hinaus bis zum 18. Lebensjahr und somit in den meisten Fällen bis zum Ende der Unterhaltspflicht gezahlt.
Mit dem Unterhaltsvorschuss springt der Staat für alle unterhaltspflichtigen Väter (und Mütter) ein, damit auch ein Kind getrennter Eltern das allernötigste Geld zum Leben hat. Bisher wurde der Vorschuss jedoch nur an Unterzwölfjährige gezahlt und nach spätestens 6 Jahren war Schluss. Mit der neuen Regelung werden nun 46.000 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren weiter Unterhaltsvorschuss beziehen können. Auch über das 12. Lebens¬jahr hinaus besteht ein Anspruch auf die Ersatzleistung. Dieser wird wirk¬sam, wenn das Kind nicht auf SGB-II-Leistungen angewiesen ist oder der/die Alleinerziehende im SGB-II-Bezug ein eigenes Einkommen von mindestens 600 Euro brutto erzielt. Hierdurch werden 75.000 weitere Kinder erreicht. Der VAMV hatte bislang eine bedingungslose Zahlung der Vorschussleistung gefordert, findet aber: Es ist ein guter Kompromiss!

Die vollständige Pressemitteilung des VAMV Bundesverbands: www.vamv.de

Aktuelles 24. Januar 2017

Nachruf

Brigitte Koblitz, 2.8.1954 bis 26.12.2016

Für uns alle unfassbar wurde Brigitte Koblitz plötzlich aus dem Leben gerissen. Sie hatte noch so viel vor.

Brigitte Koblitz hat neben ihrer Arbeit in ihrer Anwaltspraxis bis zum Sommer 2016 als Fachanwältin für Familienrecht alleinerziehende Mütter und Väter telefonisch oder persönlich beim VAMV Landesverband Schleswig-Holstein beraten.

Sie hatte ein Herz für Alleinerziehende.

Brigitte Koblitz hat Alleinerziehenden durch ihre einfühlsame Beratung, ihr hohes Engagement und ihr umfangreiches Fachwissen in schwierigen Situationen Unterstützung gegeben und ihnen Mut gemacht. Viele Alleinerziehende aus Schleswig- Holstein haben sowohl die Telefonberatungen als auch die persönlichen Beratungen bei Brigitte Koblitz angefragt.

Weiterhin war Brigitte Koblitz als Juristin an der Umsetzung des Leitfadens „Trennung - Was nun? Ein Leitfaden in Trennungssituationen“ des VAMV Landesverbandes beteiligt, der mittlerweile auch bundesweite Anerkennung gefunden hat.

Der VAMV Landesverband ist tief betroffen von ihrem plötzlichen Tod. Für die unermüdliche Unterstützung, die Brigitte Koblitz den Alleinerziehenden im ganzen Land gebracht hat, werden wir ihr immer dankbar sein. Die Alleinerziehenden verlieren mit ihr einen engagierten, herzlichen und aufgeschlossenen Menschen.

Aktuelles 2. Januar 2017

Hartz IV: 20.000 Unterschriften als starkes Votum für eine Umgangspauschale für Trennungskinder!

Pressemitteilung

Berlin, 25. November 2016. Der Sozialausschuss des Bundestages berät am Montag darüber, ob die Regelbedarfe im Sozialrecht angemessen ermittelt und somit die Existenz bedürftiger Menschen gesichert ist. Anlässlich dieser Anhörung fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), eine Umgangspauschale für Trennungskinder in Hartz IV einzuführen, damit deren Existenzminimum endlich abgesichert ist.

„Die Praxis, das Sozialgeld für Kinder tageweise während des Umgangs mit dem getrennt lebenden Elternteil im Haushalt von Alleinerziehenden zu kürzen, hat sich leider verfestigt und verbreitet. Und zwar sogar dann, wenn der andere Elternteil gar nicht in Hartz IV ist“, bemängelt die VAMV-Vorsitzende Solveig Schuster. „Lebt ein Kind in zwei Haushalten, ist das teurer. Mangelverwaltung zwischen den Eltern ist keine Lösung: Der alleinerziehende Elternteil spart keine Fixkosten, während das Kind weg ist. Und der umgangsberechtigte Elternteil braucht Mittel, um das Kind versorgen zu können, wenn es bei ihm ist.“

Nur, wenn das Sozialgeld in der Hauptbedarfsgemeinschaft nicht gekürzt und der durch den Umgang mit dem anderen Elternteil entstehende Mehrbedarf durch eine Pauschale gedeckt wird, ist deren Existenz in beiden Haushalten sicher gestellt. „Wir fordern, die umgangsbedingten Mehrkosten anzuerkennen und mit der Einführung einer Umgangs-pauschale zu berücksichtigen. Alleinerziehende brauchen Rechtssicherheit. Sie können erst aufatmen, wenn sie nicht länger eine Kürzung befürchten müssen, sobald ihr Kind Umgang mit dem nicht mehr im Haushalt lebenden Elternteil hat. Jedes Kind braucht beide Elternteile und sowohl Kinder als auch Eltern sollten sich auch nach einer Trennung den Umgang mit-einander leisten können“, fordert Solveig Schuster.

Die alleinerziehende Mutter Anna Petri-Satter hat mit einer Online-Petition rund 20.000 Unterschriften für einen Umgangsmehrbedarf gesammelt. Diese wird sie vor der Anhörung am 28. November zusammen mit dem VAMV als starkes Votum für eine Umgangspauschale an den Sozial-ausschuss überreichen.

Stellungnahme des VAMV zum Regelbedarfsermittlungsgesetz unter: https://www.vamv.de/stellungnahmen/article/stellungnahme-zum-referentenentwurf-eines-gesetzes-zur-ermittlung-von-regelbedarfen-sowie-zur-aenderu.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=68&cHash=d85c3979a7

Aktuelles 25. November 2016

Gemeinsam Kinderarmut wirksam bekämpfen statt Ausbau Unterhaltsvorschuss blockieren!

Pressemitteilung des VAMV Bundesverbands e.V.

Berlin, 24. November 2016. Anlässlich von Medienberichten, nach denen die Union den Ausbau des Unterhaltsvorschuss hinauszögert, erklärt die Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), Solveig Schuster: „Die Koalitionspartner haben den überfälligen Ausbau des Unterhaltsvorschuss bis zum 18. Geburtstag des Kindes zusammen im Kabinett beschlossen. Union und SPD sollten gemeinsam dieses Ziel im Blick haben und zügig umsetzen.“ Der Ausbau des Unterhaltsvorschuss ist seit langem einmal eine tatsächlich spürbare Verbesserung für Allein-erziehende. Sie warten darauf! Es ist unwürdig, Mehrausgaben zu beklagen, die zur Sicherung der Existenz von Kindern dringend notwendig sind. Hier sind alle gefordert, an einem Strang zu ziehen.

Auch greift die von Seiten der Kommunen vorgebrachte Kritik, dass viele Alleinerziehende wegen der Anrechnung des Unterhaltsvorschuss im SGB II von dem Ausbau der Leistung keinen Vorteil hätten, zu kurz, bemängelt Schuster. „Im Gegenteil: Wir gehen davon aus, dass ein Ausbau des Unterhaltsvorschuss Kinder von Alleinerziehenden aus der Armut holt. Dies betrifft insbesondere jene Alleinerziehende, die trotz Arbeit SGB II-Leistungen beziehen müssen. Kinder ab 12 Jahren hätten bei Inkrafttreten des Gesetzes aktuell einen Anspruch auf 260 Euro Unterhaltsvorschuss. Und je älter die Kinder sind, desto höher ist auch der Erwerbsumfang und somit das Einkommen der Eltern. „Vielen Alleinerziehenden wird dank der verbesserten Unterhaltsersatzleistung der Absprung aus Hartz IV erleichtert“, zeigt sich Schuster optimistisch. „Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung, auch zu Randzeiten und für Schulkinder, eine Aufwertung von Frauenberufen und somit bessere Entlohnung von Alleinerziehenden sind weitere Bausteine, die zusammen mit einem gestärkten Unterhaltsvorschuss Kinderarmut in Einelternfamilien bekämpfen!“

Nur jedes vierte Kind erhält den Unterhalt, der ihm zusteht, die Hälfte sogar gar keinen. Nicht gezahlter Unterhalt ist ein zentraler Grund, warum so viele Alleinerziehende in Armut leben. Mit dem sogenannten Unterhaltsvorschuss springt der Staat für den Unterhaltspflichtigen ein, wenn dieser nicht zahlt, damit das Kind Geld zum Leben hat. Wer Kosten beim Unterhaltsvorschuss sparen will, muss demnach die Ursachen analysieren und gegebenenfalls die Unterhaltspflichtigen stärker in die Pflicht nehmen.

Die Evaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen hatte heraus-gestellt, dass der Unterhaltsvorschuss im Volumen mit 0,9 Milliarden eine relativ günstige Leistung ist, die aber trotz der Begrenzungen sehr effektiv und armutsvermeidend ist.

Aktuelles 24. November 2016